Am 25. April 2026 wurde das Gelände des Westfälischen Pferdestammbuchs in Handorf einmal mehr zum Treffpunkt der Islandpferdeszene im Münsterland. Im Rahmen der Jungpferdematerialprüfung und Körung haben wir zur Hengstschau geladen und zahlreiche Besucher/innen folgten der Einladung. Bei freundlichem Frühlingswetter und in einer durchweg positiven Atmosphäre bot sich den Zuschauer/innen ein abwechslungsreiches und qualitativ hochwertiges Programm.

Rund zehn Hengste präsentierten sich dem Publikum – ein Querschnitt durch leistungsstarke Sportpferde, bewährte Vererber und vielversprechende Nachwuchstalente.

Ein besonderer Blickfang war Moli frá Skálafelli, ein 2016 geborener Fünfganghengst, der nicht nur durch seine Präsenz, sondern auch durch seine hochinteressante Abstammung überzeugte. Er stammt ab von Kandís frá Litlalandi (8,35) und führt über seine Mutterlinie Blut von Hjálmar frá Vatnsleysu – Linien, die für Leistungsbereitschaft und Gangqualität stehen.
Moli vereint moderne Sportpferdeattribute mit auffälliger Farbgenetik (Helmschecke/homozygot Splash) und gibt diese Qualitäten auch an seine Nachkommen weiter, die ebenfalls in Handorf präsentiert wurden.

Die Ehrung im Hinblick auf seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2025 in der Schweiz unter Lena Becker verlieh seinem Auftritt zusätzlich emotionale Strahlkraft.

Nicht minder beeindruckend zeigte sich Steinar vom Isterbergerhof, Sohn von Álfasteinn frá Selfossi aus der Stute Fifla vom Isterbergerhof unter seiner Besitzerin Lena Trappe.  
Steinar steht für moderne deutsche Islandpferdezucht auf höchstem Niveau: Seine Bewertungen mit über 8,3 Gesamtpunkten sowie ein BLUP von 117 unterstreichen seine Qualität als Vererber. Besonders deutlich wurde dies in der eindrucksvollen Nachzuchtpräsentation: Einheitlich im Erscheinungsbild, allesamt Schimmel und mit bemerkenswerter Elastizität und mit ausdruckstarken Gängen ausgestattet, zeigte sich hier eine klar erkennbare züchterische Handschrift.

Aus dem Gestüt Wechter Mark präsentierten sich mit Mjöður von der Wechter Mark (V: Þráinn frá Flagbjarnarholti) und Óríon von der Wechter Mark (V: Óður frá Bjarnastöðum) unter Finnur Kristjànsson, zwei sehr vielversprechende Junghengste. Besonders der durch Elisa Graf wunderschön vorgestellte Fuchsschecke Mjöður zog mit seiner Präsenz und Bewegungsstärke die Blicke auf sich, während Óríon einen sehr spannenden Einblick in die gute Vererbungskraft seines Vaters Óður gab.

Ein sportliches Ausrufezeichen setzte Óður frá Bjarnastöðum, ein sehr erfolgreiches Passpferd unter Laura Richters, der neben seiner Leistungsstärke vor allem durch seinen ausgeglichenen „Bombproof“-Charakter überzeugt.

Mellissa Heinze vom Gestüt Quillerhof zeigte ihren imposanten Vigur vom Quillerhof. Der aus deutscher Zucht stammende Schimmelhengst führt über seinen Vater Lundi vom Brock leistungsgeprägtes Sportblut. Bereits in jungen Jahren konnte Vigur sich erfolgreich im Turniersport etablieren. So gewann er unter anderem Futurity-Prüfungen im Tölt und Fünfgang und qualifizierte sich mit einer Endnote von über 7,2 für die Deutsche Islandpferdemeisterschaft. Auch in weiteren Prüfungen zeigte Vigur konstante Leistungen mit Noten bis 7,5 für Tölt sowie ausdrucksstarkem Galopp und guter Präsenz – Eigenschaften, die ihn zu einem vielseitigen Fünfgangpferd machen.

Ein besonderes Augenmerk galt zudem dem Nachwuchs im Sattel: Die junge Modedesignerin und leidenschaftliche Reiterin Luisa Schwonke vom Gestüt Heidarleiki präsentierte ihren Hengst Ísar frá Stykkishóli sehr harmonisch und leichtfüßig. Der bildhübsche Ísar stammt ab von Ísak frá Þjórsárbakka und führt über die Mutterlinie wertvolle Gene von Keilir frá Miðsitju und weiteren bewährten Vererbern. Erste Nachkommen von ihm wurden bereits beurteilt und erzielten im Durchschnitt über 8,0, wobei ein Stutfohlen sogar mit 8,34 zu den besten seiner Altersklasse in Deutschland gehörte.

Abbi vom Silberberg wurde von seinem Züchter Marc Ebbinghaus vorgestellt. Der 2016 geborene Falb-Scheckhengst vereint leistungsstarke Abstammung mit moderner Gangveranlagung. Als Sohn von Álfasteinn frá Selfossi bringt er bewährte Sportpferdegenetik mit, die sich sowohl in seinen eigenen Leistungen als auch in den ersten vielversprechenden Nachkommen widerspiegelt. Besonders im Tölt und Pass zeigt er sich ausdrucksstark und mit guter Selbsthaltung.

Für einen besonderen Farbakzent im Teilnehmerfeld sorgte Heimdallur frá Bjarnesi unter der Reiterin Desi Benyr. Der junge, 2019 geborene Hengst stammt aus der Zucht des Gestüts Bjarnesi und fällt bereits auf den ersten Blick durch seine außergewöhnliche Scheckzeichnung und den braunfalben Grundtyp mit ausgeprägtem White-Spotting-Gen (W21) auf. Abstammungsgemäß führt Heimdallur über seinen Vater Ellert frá Baldurshaga leistungsstarkes, modernes Gangpferdeblut, das sich durch gute Bewegungsmechanik und Rittigkeit auszeichnet. Die Mutterlinie über Fold frá Ási ergänzt dies um stabile, ausgeglichene Eigenschaften und verlässliche Grundgangarten. Er ist ebenfalls auf dem Gestüt Haasenbau zu Hause.

Aus Berlar angereist war Charlotte Hütter mit dem Spitzenhengst Loftfari von Berlar (V.: Aðalsteinn von Berlar), der bereits in jungen Jahren beeindruckende Leistungen zeigte. Begleitet wurde sie von Jolly Schrenk mit der Ausnahmestute Flóka vom Sonnenhof. Die Stute zählt aktuell zu den bedeutendsten deutschen Islandpferden ihrer Generation. Mit einer hochkarätigen Abstammung und herausragenden Bewertungen (unter anderem einer Gesamtnote von über 8,5 auf der FIZO, sowie dem Titel der Weltmeisterin 2025 bei den sechsjährigen Stuten) vereint sie Zucht, Exterieur und Sport auf höchstem Niveau. Ihre Ehrung durch den Zuchtwart Jürgen Hundebeck vom Landesverband IPZV Westfalen Lippe im Rahmen der Veranstaltung unterstrich ihren besonderen Stellenwert innerhalb der deutschen Islandpferdeszene.

Die Stimmung während der gesamten Veranstaltung war durchweg positiv. Das Publikum zeigte sich aufmerksam und rücksichtsvoll, insbesondere im Hinblick auf die zahlreichen jungen Pferde unter dem Sattel ein wichtiger Aspekt, der von den Teilnehmern und uns gleichermaßen geschätzt wurde.

Die gesamte Hengstschau wurde vom Filmteam RHV2000 professionell begleitet und in hochwertigen Aufnahmen festgehalten. Wer sich die eindrucksvollen Szenen seines Hengstes sichern möchte, kann sich gerne an unseren Zuchtwart Jürgen Hundebeck wenden.

Auch bei weiterem Interesse an einem der vorgestellten Hengste stehen die jeweiligen Besitzerinnen und Besitzer gerne für Auskünfte sowie Informationen zu Deckbedingungen zur Verfügung.